häufige Zweige für Kaninchen und für was sie gut sind

Zweige für Kaninchen zu Sammeln ist anfangs gar nicht so einfach. Es gibt eine große Auswahl an Baumarten, die deine Kaninchen fressen dürfen. Wiederum ist besonders in Parks und Gärten vorsicht geboten, da dort vermehrt giftige Äste für Kaninchen wachsen. Um dir das Zweige sammeln zu erleichtern und du nicht von der Vielzahl der Baumarten erschlagen wirst, findest du hier die häufigsten Baumarten die Kaninchen fressen dürfen. Erfahre auch worfür und warum Zweige für deine Kaninchen gut sind.

INHALTSVERZEICHNIS

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Welche Blätter dürfen Kaninchen fressen?

Kaninchen dürfen von sehr vielen Laubbäumen sowie Obstbäumen die Äste, Blätter, Blüten, Knospen und Rinde fressen. Bei einer abwechslungsreichen Auswahl an Zweigen kannst du täglich jede essbare Baumart deinen Kaninchen anbieten. Lediglich bei den Nadelbäumen und bei den Sträuchern ist Vorsicht geboten, dort gibt es einige giftige Vertreter.

Für einen besseren Überblick der verschiedenen Baumarten teile ich diese in vier Gruppen ein:

  1. Laubbäume
  2. Obstbäume
  3. Sträucher
  4. Nadelbäume

Das ist botanisch gesehen sicherlich nicht richtig aber für einen besseren Überblick hilfreich.

Nachfolden findest du Baum- und Straucharten, denen du am häufigsten beim Spazieren gehen begegnest. So fühlst du dich nicht vom Dschungel der vielen Baumarten erschlagen. Als Anfänger kannst du so ganz einfach für deine Kaninchen Zweige sammeln.

Obstbäume / Obststräucher für Kaninchen

Zweige und Blätter von Obstbäumen, fressen Kaninchen sehr gern. Generell gilt: Die Früchte sind, wenn überhaupt nur ein Leckerli. Die Zweige, Blätter und Rinde kannst du anbieten. Oftmals findest du Obstbäume auf Obststreuwiesen oder in Gärten.

Entgegen dem Mythos enthalten die Blätter, Zweige und Knospen von Steinobstbäumen keine Blausäure. Lediglich in den Kernen der Früchte befindet sich Blausäure.

Apfelbaum (Malus domestica)
Apfelblätter Apfelzweige Apfelblüte Apfel
Vom Apfelbaum ist alles für Kaninchen essbar. Die Apfelblätter von den Apfelzweigen werden sehr gerne gefressen. Die Apfelblätter enthalten Kalzium in einer ähnlichen Menge wie Löwenzahn. Für deine Kaninchen ist der Apfel ein seltenes Leckerli, da er viel Zucker enthält. Wenn überhaupt nur in kleinen Mengen anbieten und dann nur die Schale. Die Kerne und das Kerngehäuse nicht füttern.

Die Wildform vom Kulturapfel ist der Holzapfel (Malus sylvestris) und besitzt Dornen an den Zweigen. Die Äpfel vom Holzapfel sind kleiner und süßer als die vom Kulturapfel.
Birnenbaum (Pyrus communis)
Birnenblätter Birnenzweige Birnenblüten Birne
Deine Kaninchen dürfen alles vom Birnenbaum fressen. Die Birnenblätter werden gern gefressen und von den Birnenzweigen die Rinde abgenagt. Von der Birne füttere nur eine kleine Menge als Leckerli, sehr hoher Zuckergehalt. Am besten bietest du deinen Kaninchen die Birnenschale an. Kerngehäuse mit Kernen nicht füttern.

Die Holzbirne (Pyrus pyraster) ist die Wildform der Kulturbirne und die Zweige haben Dornen.
Brombeerstrauch (Rubus sectio rubus)
Brombeerblätter Brombeerzweige Brombeerblüte Brombeere
Vom Brombeerstrauch, der auch im Winter grün ist, dürfen deine Kaninchen alles fressen. Im Allgemeinen werden Brombeerblätter gerne gefressen. Die Dornen an den Brombeerzweigen und Brombeerblättern stören nicht. Als seltenes Leckerli kannst du deinen Kaninchen die Brombeere ebenfalls anbieten. Brombeerblätter zählen zu den Heilpflanzen die Beschwerden mit der Verdauung lindern und vorbeugen.
 
Wie kannst du einen Brombeerstrauch von einem Himbeerstrauch gut unterscheiden?
Die Dornen beim Brombeerstrauch befinden sich nur an den Brombeerzweigen. Beim Himbeerstrauch befinden sich die Dornen an den Himbeerzweigen und an der Unterseite der Himbeerblätter.
Himbeerstrauch (Rubus idaeus)
Himbeerblätter Himbeerzweige Himbeerblüte Himbeere
Vom Himbeerstrauch dürfen deine Kaninchen alles fressen. Von Kaninchen werden die Himbeerblätter gerne gefressen. Die Dornen an den Himbeerzweigen stören deine Kaninchen nicht. Die Stacheln sind jedoch so klein, dass ich davon nur die Blätter gegeben habe.
Die Himbeere selbst kannst du deinen Kaninchen als seltenes Leckerli anbieten.
 
Unterschied Himbeerstrauch von Brombeerstrauch:
Die Dornen beim Himbeerstrauch befinden an den Himbeerzweigen und an der Unterseite der Himbeerblätter. Hingegen beim Brombeerstrauch befinden sich die Dornen nur an den Brombeerzweigen.
Kirschbaum (Prunus avium …)
Kirschblätter Kirschzweige Kirschblüte Kirschen
Vom Kirschbaum können Kaninchen alles fressen. Kaninchen nagen die Rinde von den Kirschzweigen mit Vorliebe ab aber auch die Kirschblätter werden gern gefressen. Maximal eine Kirsche als seltenes Leckerli je Kaninchen füttern. Du kannst die Kirsche deinen Kaninchen mit Kern anbieten, dieser wird wieder ausgespuckt.

Die Vogelkirsche (Prunus avium) ist die Wildform der Kulturkirsche. Von ihr stammen die Süßkirschen Knorpelkirschen (Prunus avium subsp. duracina) und die Herzkirschen (Prunus avium subsp. juliana) ab. Den Namen erhielt die Vogelkirsche, weil sie bei Vögeln beliebt ist.
Maulbeerbaum (schwarze: Morus nigra / weiße: Morus alba)
Maulbeerblätter Maulbeerzweige Maulbeerbaum Maulbeere weiß
Deine Kaninchen können alles vom Maulbeerbaum fressen. Die Maulbeerblätter sind eiweiß- und kalziumreich. Sie beinhalten auch viele Vitamine und gesunde sekundäre Pflanzenstoffe, die für deine Kaninchen wichtig sind. Die Maulbeeren selbst können weiß, schwarz oder rot ausschauen, wobei die weißen am süßesten sind. Die Früchte erinnern von der Form her ein bisschen an längliche Brombeeren. Für deine Kaninchen sind die Maulbeeren ein seltenes Leckerli, gib ihnen nicht mehr als ein bis zwei Maulbeeren.
Pflaumenbaum (Prunus domestica)
Pflaumenblätter Pflaumenzweig Pflaume
Für deine Kaninchen ist alles vom Pflaumenbaum essbar. Die Pflaumenzweige werden gern benagt und die Pflaumenblätter gern gefressen. Die Pflaume ist ein seltenes Leckerli, gib je Kaninchen maximal eine Viertel Pflaume am Stück.

Laubbäume für Kaninchen

Blätter von Laubbäumen sind unterschiedlich beliebt bei den Kaninchen. Meist findest du Laubbäume im Wald sowie Waldlichtungen, Feldrändern oder in Parks.

Ahorn (Acer)
Ahornblätter Ahornzweige Ahornbaum Ahornstamm Ahornblätter Frühling Ahornfrüchte
Von Ahorn können Kaninchen die Ahornzweige und Ahornblätter fressen. Die Früchte hingegen, die wie Propeller aussehen, sind giftig, diese nicht füttern. Bei den Kaninchen ist Ahorn mittelmäßig beliebt, sie fressen nicht viel davon.

Es gibt weltweit über 200 Ahornarten, wobei 3 in Deutschland häufig vorkommen:
» Bergahorn
» Spitzahorn
» Feldahorn
Birke (Betulaceae)
Birkenblätter Birkenzweige Birke Birkenstamm Birkenblüte
Alles von der Birke dürfen Kaninchen fressen. Dennoch sind die Birkenzweige wie auch die Birkenblätter nicht sonderlich beliebt bei Kaninchen. Unter den Birken zählen die Hängebirke und die Moorbirke zu den Heilpflanzen für Kaninchen. Die Birkenblätter und die Rinde wirken harntreibend und sind entzündungshemmend. Sie unterstützen die Harnwege sowie die Nieren und regen das Immunsystem an. An dem weißen Stamm kannst du die Birke gerade im Winter gut erkennen.

Die Moorbirke und die Hängebirke auch Weißbirke genannt, findest du am meisten in der Natur. Birken zeigen den Frühlingsanfang an, ihre zarten grünen Blätter treiben als erstes im Frühling aus.
Buche / Rotbuche (Fagus sylvatica)
Buchenblätter Buchenzweige Buche Buchenstamm Bucheckern am Baum Bucheckern
Die Buche, die oft auch Rotbuche genannt wird, hat allerdings grüne Blätter. Deine Kaninchen dürfen von der Buche die Buchenzweige und die Buchenblätter fressen. Vorsicht ist bei den Bucheckern geboten, diese sind giftig für Kaninchen. Sie enthalten Alkaloide wie Blausäure, Saponine und Oxalsäure.
 
Die Rotbuche (Buchengewächs) wird oft verwechselt mit der Hainbuche (Birkengewächs). Sie sehen sich sehr ähnlich sind aber nicht verwandt. Das Holz der Rotbuche hat eine rötliche Färbung, daher der Name Rotbuche. Die Hainbuche gehört zu den Birkengewächsen und deine Kaninchen dürfen von ihr ebenfalls die Zweige mit Blättern fressen. Unter Hainbuche findest du noch mehr Infos.
 
Um dich jetzt so richtig zu verwirren, gibt es noch die Blutbuche. Diese erkennst du an den roten Blättern, ist doch klar, oder? 😊. Die Blutbuche ist eine Variation der Rotbuche. Von der Blutbuche dürfen deinen Kaninchen ebenfalls die Zweige und Blätter fressen.
 
⁠Unterscheiden lassen sich die drei Arten gut an den Blättern:⁠

Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea) – Buchengewächs
Blutbuchenblätter Blutbuchenzweige Blutbuche
Die Blutbuche (rote Blätter) und die Rotbuche (grüne Blätter) haben beide⁠ leicht geriffelte, glatte und glänzende Blätter. Der Blattrand ist leicht gewellt.⁠ Früchte sind die dreikantigen Bucheckern, die sich in einer stacheligen Schale befinden. Bucheckern sind giftig für Kaninchen.
 
Hainbuche (Carpinus betulus) – Birkengewächs
Hainbuchenblätter Hainbuchenzweige Hainbuche Hainbuchenfrüchte grün
Die Hainbuche hat grüne, stark geriffelte, matte Blätter. Der Blattrand ist gezackt. Die kleinen Nüsse sind an einem Blatt befestigt, welches als Flugblatt dient. Die Nüsse sind für Kaninchen essbar, solange sie weich sind. Die reifen harten Früchte eignen sich nicht für Kaninchen.
Eiche (Quercus)
Eichenzweige Eichenstamm Eicheln
Deine Kaninchen dürfen alles von der Eiche fressen, sei es die Eichenzweige, die Eichenblätter aber auch die reifen Eicheln. Die jungen Eichenblätter sind beliebter bei Kaninchen. Ältere Eichenzweige werden meist ignoriert.

Desto älter die Eichenblätter sind, desto wahrscheinlich findest du Mehltau auf den Blättern. Dann bitte die Eichenblätter deinen Kaninchen nicht mehr füttern. Die reifen Eicheln im Herbst kannst du als Leckerli mit Schale anbieten. Weiter unten im Artikel findest du mehr Infos zu Eicheln für Kaninchen. Ansonsten unterstützen Eichenblätter die Darmflora und helfen ihr im Gleichgewicht zu bleiben.

In Deutschland findest du am häufigsten die Stieleiche und die Traubeneiche.
Erle (Alnus)
Erlenblätter Erlenzweige Erlenstamm Erlenzapfen grün Erlenzapfen braun im Herbst und Winter erlenzapfen mit Schnee
Von der Erle dürfen deine Kaninchen alles fressen. Die Erlenzweige und die Erlenblätter sind ein Geheimtipp für deine Kaninchen, denn diese sind sehr beliebt. Erlen kannst du gerade im Winter gut an ihren kleinen Zapfen erkennen. Diese sind erst grün und verholzen zum Herbst hin zu braunen Zapfen.
Am häufigsten findest du bei uns die Schwarzerle. An Flüssen stößt du eher auf die Grauerle und in den Bergen auf die Grünerle.
Hainbuche (Carpinus betulus)
Hainbuchenblätter Hainbuchenzweige Hainbuche Hainbuchenstamm Hainbuchenfrüchte grün Hainbuchenfrüchte grün Hainbuchenblätter Herbst und Winter
Alles von der Hainbuche dürfen Kaninchen fressen. Sie gehört nicht zu den Buchengewächsen, sondern ist ein Birkengewächs. Hainbuchenzweige für Kaninchen findest du als Hecke an Spielplätzen. Im Winter sind die Hainbuchenblätter meist noch braun an den Zweigen.
 
Die Hainbuche (Birkengewächs) wird schnell verwechselt mit der Buche (Buchengewächs) die auch Rotbuche genannt wird. Ebenso zu den Buchen gehört die Blutbuche (Buchengewächs), mehr Infos zu den beiden Bäumen findest du unter Buche.
Kastanie
Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) – Seifengewächs
Kastaninenblätter Kastaninenzweige Kastanienstamm Kastaninenblüte Kastanie am Baum Kastanien

Esskastanie / Edelkastanie (Castanea sativa) – Buchengewächs
Esskastanienblätter Esskastaniezweige Esskastanie am Baum Esskastanie reif am Baum
Bei der Kastanie für deine Kaninchen, wirst du auf Zweige von der Rosskastanie und der Esskastanie stoßen. Die beiden Bäume heißen nur ähnlich, da sie gleichartige Früchte haben. Durch die Blätter kannst du beide Kastanien gut voneinander unterscheiden. Deine Kaninchen dürfen alles von beiden Kastanien fressen. Jedoch mögen Kaninchen weder die Kastanienzweige noch die Kastanienblätter beider Baumarten.
 
Die Früchte der Rosskastanie kennst du als Kastanien, die zum Basteln verwendet werden. Wiederum die Früchte der Esskastanie oder Edelkastanie genannt, sind die essbaren Maronen. Diese bekommst du auf Weihnachtsmärkten in gerösteter Form. Beide Früchte sind für deine Kaninchen roh essbar, aber nicht beliebt. Deine Kaninchen beschäftigen sich eher mit den Kastanien, als dass sie sie fressen. Weiter unten im Artikel mehr zu Kastanien für Kaninchen.
Linde (Tilia)
Lindenblätter Lindenzweige Lindenstamm Lindenblüten Lindensamen mit Blätter im Herbst Lindensamen im Winter
Von der Linde können deine Kaninchen alles fressen. Lindenzweige und die Lindenblätter werden von Kaninchen gern gefressen. Im Herbst und Winter kannst du die Linden gut an ihren Samen erkennen. Diese sind rund und an Flugblättern befestigt. Am häufigsten findest du in Deutschland die Sommer- und die Winterlinde.
 
Die Linde ist eine Heilpflanze. In den Lindenblüten befinden sich Schleimstoffe und ätherische Öle, die den Atemwegen helfen und antibakteriell wirken. Dennoch sammele die Lindenzweige ohne Blüten. Im Frühling ist der Nektar in den Lindenblüten eine wichtige Nahrung für die Insekten.
Pappel (Populus)
Pappelblätter Pappelzweige Pappel Pappelstamm
Alles von der Pappel kannst du deinen Kaninchen anbieten. Die meisten Kaninchen fressen die Pappelblätter von den Pappelzweigen gern. Schau dir die Pappelblätter vor dem Sammeln gut an, diese sind anfällig für Pilzbefall.

Von der Pappel gibt es unzählige Arten, am häufigsten findest du die Pappelarten:

» Schwarz-Pappel

» Silber-Pappel

» Pyramiden-Pappel

» Zitter-Pappel
Robinie (Robinia pseudoacacia)
Robinienblätter Robinienzweige Robinie Robinienstamm Robinienzweige mit Dornen Samen von der Robinie
Von der Robinie, die auch Scheinakazie genannt wird, kannst du die Robinienblätter deinen Kaninchen bedenkenlos füttern. Allerdings ist die Rinde der Robinie giftig für Kaninchen und auch die Samen. Verzichte im Winter auf Robinienzweige mit Rinde. Junge Robinienzweige haben große Dornen.
 
Schon gewusst? In China und Indien werden Robinienblätter in kommerziellen Kaninchenfutter verarbeitet. Für uns Menschen und für viele Tiere, so zum Beispiel für Pferde, ist alles von der Robinie giftig.
Ulme (Ulmus)
Ulmenblätter Ulmenzweige Ulme Ulmenstamm
Deine Kaninchen dürfen alles von der Ulme fressen. Bei den Kaninchen sind die Ulmenzweige wie auch die Ulmenblätter unterschiedlich beliebt. Am häufigsten findest du die Bergulme, Flatterulme und die Feldulme.
Walnussbaum (Juglans regia)
Walnussblätter Walnusszweige Walnussbaum Walnussstamm Walnuss am Baum in grüner Schale Walnuss am Baum Walnuss
Vom Walnussbaum dürfen deine Kaninchen alles fressen. Walnusszweige und den Walnussblätter enthalten einen hohen Gehalt an Gerbstoffen. Sie wirken darmregulierend und werden bei Bedarf gefressen. Die grüne Schale der Walnuss ist sehr bitter, weshalb Kaninchen diese nicht fressen.
 
Die Walnuss ist für Kaninchen ein seltenes Leckerli, da sie sehr fettreich ist. Im Vergleich zu anderen Nüssen, zählt die Walnuss zu den gesündesten Nüssen. Keine andere Nuss weist einen so hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren auf.
Weide (Salix)
Weidenblätter Weidenzweige Weide Weidenstamm Weidenkätzchen
Deine Kaninchen dürfen alles von der Weide fressen, sie gilt auch als Heilpflanze. In den Weidenzweigen, den Weidenblättern und vor allem in der Weidenrinde stecken entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkstoffe. Einige davon sind Salicin, Polyphenole und Flavonoide. Bei Problemen mit der Verdauung helfen die enthaltenen Gerbstoffe deinen Kaninchen ebenfalls.
 
Es gibt unzählige Arten von der Weide. Wundere dich nicht, wenn einige Arten deine Kaninchen gerne fressen. Wiederum andere Weidearten deine Kaninchen nur mit dem Plüschpopo anschauen.
 
Häufigsten Weidearten die du in Deutschland findest:

» Silberweide

» Salweide

» Grauweide

» Korbweide

Beachte: Im Frühling (März bis Mai) dienen die Weidenkätzchen vielen Insekten als Nahrung. Zu dieser Zeit steht die Weide unter Naturschutz und darf nicht gesammelt werden.

Mehltau auf Blättern

Manche Laubbäume wie zum Beispiel Eichen bekommen im Sommer und zum Herbst hin Mehltau auf den Blättern. Diesen erkennst du an einen weißen Belag, der fleckig auftritt. Zweige mit Mehltau auf den Blättern biete deinen Kaninchen nicht an.

Mehltau auf Eichenblatt
Eichenblätter mit Mehltau deinen Kaninchen nicht füttern

Sträucher für Kaninchen

Bei den Sträuchern musst du vorsichtig sein. Zum einen, weil sie teilweise stachelig sind. Zum anderen sind einige Straucharten giftig. Stacheln an den Sträuchern stören deine Kaninchen nicht, und du kannst Zweige mit Dornen anbieten. Sträucher findest du an Wald- und Feldränder als Böschung.

Viele Sträucher haben Früchte, welche zum größten Teil deine Kaninchen fressen dürfen. Die Kerne in den Früchten spucken Kaninchen wieder aus. Im Video zeigt dir Frau Chilli wie sie von der Weißdornbeere das Fruchtfleisch fein säuberlich vom Kern abknabbert.


Eberesche / Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Ebereschenblätter Ebereschenzweige Eberesche Ebereschenstamm Eberesche Blüte geschlossen Eberesche Blüte offen Vogelbeere
Die Blätter und Zweige von der Eberesche kannst du deinen Kaninchen anbieten. Die Vogelbeeren bitte deinen Kaninchen nicht füttern, sie führen bei übermäßigem Verzehr zu Durchfall. Lass sie lieber für die Vögel am Strauch, denn die Vogelbeeren dienen über 60 Vogelarten als Nahrung.
 
Verwechslung mit Esche möglich, die essbar für Kaninchen ist.
Bambus (Bambusoideae)
Bambusblätter Bambushalme Bambus
Grundsätzlich dürfen deine Kaninchen Bambus jeder Art fressen, mit Ausnahme des Glücksbambus (siehe Glücksbambus). Bambus wird sehr gern von Kaninchen gefressen. Was nicht wundert, da er zu den Süßgräsern zählt. Bambus enthält viel Kieselsäure, die für extra Zahnabrieb sorgt. Füttere daher deinen Kaninchen keine übermäßigen Mengen an Bambus. Der Gartenbambus ist auch im Winter grün und eignet sich für deine Kaninchen gut als Futterergänzung.
Glücksbambus (Dracaena braunii syn. sanderiana) – giftig
Glücksbambusblatt Glücksbambus Zimmerpflanze Glücksbambus
Der Glücksbambus ist kein echter Bambus und sogar giftig für Kaninchen. Er ist auch unter Lucky Bamboo oder Drachenbaum bekannt. Er gehört zur Gattung der Drachenbäume und damit zu den Spargelgewächsen. Du findest den Glücksbambus hauptsächliche als Zimmerpflanze.
Flieder (Syringa vulgaris)
Fliederblatt Fliederzweige Flieder Flieder lila Blüte
Flieder ist leicht giftig in allen Pflanzenteilen. Kaninchen vertragen kleine Mengen von Flieder, dieser wird meist wegen seinem bitteren Geschmack aber ignoriert. Daher eignet er sich gut als Gehege Pflanze im Kaninchen Auslauf oder im Garten.
Forsythie (Forsythia × intermedia)
Forsythienblätter Forsythienblätter mit Blüten Forsythienzweige Forsythie Forsythienstamm Forsythie Knospe Forsythie aufgehende Knospe Forsythie Blüte Frühling mit Schnee
Alles von der Forsythie dürfen Kaninchen fressen. Die Forsythien Zweige mit den Blüten fressen Kaninchen gerne. Im Frühling erkennst du Forsythien an den gelben Blüten, die noch vor den Blättern austreiben.
Haselnussstrauch (Corylus avellana)
Haselnussblätter Haselnusszweige Haselnussstrauch Haselnussstamm reife Haselnuss am Baum Haselnuss Haselnussstrauch im Winter Haselnuss Blüte Haselnuss Knospe
Die Haselnusszweige sowie die Haselnussblätter sind beliebt bei Kaninchen. Du kannst alles vom Haselnussstrauch anbieten. Jedoch die Haselnuss ist für deine Kaninchen ein seltenes Leckerli, da sie sehr fettreich ist. An den Blüten kannst du die Haselnuss im Winter gut erkennen.
 
Von der Hasel findest du häufig folgende Arten, die alle für Kaninchen essbar sind:

» Haselnuss / Gemeine Hasel

» Korkenzieher-Hasel

» Lamberts-Hasel

» Blut-Hasel

Blut-Hasel (rote Variante von Lamberts-Hasel)
Lamberts-Haselblätter Lamberts-Haselzweige Lamberts-Haselstrauch Lamberts-Haselstamm
Schlehe / Schwarzdorn (Prunus spinosa)
Schlehenblätter Schlehenzweige Schlehenstrauch Schlehenstamm Schlehe Schlehenzweige im Winter mit Schlehe
Deine Kaninchen dürfen von der Schlehe alles fressen. Die Schlehenzweige und die Schlehenblätter sind beliebt bei Kaninchen. Sie ist du Ur-Pflaume aller europäischen Pflaumen nur mit Stacheln, diese machen deinen Kaninchen nichts aus. Die Schlehe kannst du deinen Kaninchen, nach dem ersten Frost füttern. Die Früchte haben einen Kern, der von den Kaninchen wieder ausgespuckt wird. Vor dem Frost ist die Schlehe bitter und ungenießbar.
Weißdorn
Weißdornblätter Weißdornzweige Weißdornstrauch Weißdornstamm Weißdorn Beeren Weißdornzweige im Winter
Vom Weißdorn ist für Kaninchen alles essbar, die Stacheln ignorieren sie. Die Weißdornzweige und Weißdornblätter sind bei Kaninchen beliebt und werden gern gefressen.  Auch die roten Weißdorn Beeren, die im Herbst reifen, fressen deine Kaninchen mit Kern. Der jedoch wieder ausgespuckt wird.
 
Überwiegend findest du die Weißdornarten:

» Eingriffeliger Weißdorn

» Zweigriffeliger Weißdorn

Beachte: Nimm bei den Sträuchern Zweige mit wenig Früchten. Für deine Kaninchen spielen sie in der Ernährung keine Rolle. Allerdings für die Vögel sind sie im Herbst und Winter eine wichtige Nahrung.

Nadelbäume für Kaninchen

Nadelhölzer für Kaninchen ergänzen das Kaninchen Futter besonders im Winter. Du kannst deinen Kaninchen Tannenzweige zum Beispiel von der Nordmanntanne anbieten. Mit den Tannenzapfen kannst du deine Kaninchen gut beschäftigen.

Zweige von Nadelbäumen enthalten unterschiedliche Inhaltsstoffe, die sich positiv auf die Gesundheit deiner Kaninchen auswirken. Darunter zählen ätherischen Öle, die die Atemwege gesund halten. Ebenso sorgen Gerbstoffe für ein gesunde Darmflora, da sie Bakterien bekämpfen.

Nadelbäume findest du vorwiegend in Wäldern oder Parks. Du kannst von den nachfolgend aufgelisteten Nadelhölzern alle Arten mit ihren Unterarten deinen Kaninchen füttern.

Tipp: Zweige von Nadelbäumen halten sich lange frisch, wenn du sie ins Wasser stellst. Da deine Kaninchen eher kleine Menge fressen, lohnt es sich diese als Begrünung für das Gehege zu nutzen. 

Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Douglasienzweige Douglasie Douglasie Blüte Douglasie Zapfen grün Douglasie Zapfen
Kaninchen dürfen alles von der Douglasie fressen. Zerreibe die Nadeln zwischen deinen Finger, diese duften aus einer Mischung von Harz sowie Zitronen und Orangen.
 
Douglasien wirst du auf Grund des Klimawandels in Zukunft häufiger sehen. Sie kommen mit einem trocknen Klima besser zurecht als die Fichte.
Fichte / Rottanne (Picea abies)
Fichtenzweige Fichte weiche Fichtennadeln Frühling Fichte Blüte Fichte Zapfen lila Fichte Zapfen
Von der Fichte können deine Kaninchen alles fressen. Erkennen kannst du die Fichte an ihren spitzen Nadeln. Hingegen die hellgrünen neuen Triebe sind weich. Die Zapfen von der Fichte hängen an den Fichtenzweigen herunter.
 
Eselsbrücke: Fichte sticht, Tanne nicht.
Kiefer (Pinus)
Kiefernzweige Kiefernzweige mit Schnee Kiefer Blüte grüner Kiefer Zapfen Kiefer Zapfen
Zweige von der Kiefer können deine Kaninchen fressen. Die Kiefernnadeln sind länger als bei anderen Nadelbäumen. Nimm die Nadeln der Kiefer mal genauer unter die Lupe. Dann siehst du, dass die Nadeln immer zu zweit am Zweig wachsen.
Lärche (Larix decidua)
Lärche Lärche mit Zapfen Lärchenzweige Lärche Blüte Lärche Zapfen grün Lärche Zapfen
Alles von der Lärche können deine Kaninchen fressen. Die Nadeln sind in Büscheln angeordnet, woran du sie gut erkennst. Im Herbst färben sich die Nadeln der Lärche gelb und fallen ab. Die Lärche ist der einzige Nadelbaum der seine Nadeln im Winter verliert.
Tanne / Nordmanntanne (Abies nordmanniana)
Tannenzweige Tannezapfen Tanne Die Unterseite der Tanne hat weiße Wachsstreifen
Generell ist von der Tanne (alle Arten) alles für Kaninchen essbar, sei es die Tannennadeln oder Tannenzapfen. Die bekannteste Tanne ist wohl die Nordmanntanne, da sie ein beliebter Weihnachtsbaum ist. Generell dürfen Kaninchen auch Tannenzweige von Weihnachtsbäumen fressen, wenn diese aus biologischem Anbau stammen.
 
Gut erkennen kannst du die Tanne an ihre abgerundeten Tannennadeln, die beim Anfassen nicht pieken. Die einzelnen Nadeln schauen so aus, als ob diese am Zweig mit einem Saugnapf befestigt sind. Die Tannennadeln haben auf der Unterseite weiße Wachsstreifen. Durch die weißen Wachsstreifen kannst du die Tanne auch gut von der Eibe unterscheiden. Die Tannzapfen stehen auf dem Tannenzweig drauf. Am häufigsten findest du die Weißtanne und die Nordmanntanne im Wald.
 
Fun Fact: Generell zerfallen Tannenzapfen in ihre einzelnen Schuppen bevor sie vom Baum runterfallen. Am Boden findest du unter einer Tannen daher nur Tannenschuppen anstatt Tannenzapfen. Die Zapfen auf dem Waldboden sind also keine Tannenzapfen, sondern Fichtenzapfen.

Nadelbäume als Heilpflanze

Einige Nadelbäume wie Thuja oder gemeiner Wacholder finden ihren Einsatz eher als Heilpflanze. Diese sind für Kaninchen leicht giftig, werden in geringer Menge jedoch vertragen. Für eine dauerhafte Fütterung sind sie nicht geeignet.

Thuja (Thuja occidentalis)
Thuja Thujahecke
Thuja ist für Kaninchen nicht zur dauerhaften Fütterung geeignet. Allerdings unterstützen kleine Mengen Thuja deine Kaninchen bei Schnupfen. Thuja findest du oft als Heckenpflanze in Gärten.
Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)
Wacholder Wacholderstrauch Wacholderbeeren
Der Gemeine Wacholder nennt sich auch Heidewachholder. Nadeln und Beeren vom Wachholder helfen deinen Kaninchen bei Blähungen und Infektionen der Harnwege. Wacholder ist nicht zur dauerhaften Fütterung geeignet und nur in kleinen Mengen anzubieten.
 
ACHTUNG – Verwechslungsgefahr mit giftigem Sadebaum!!!

giftige Nadelbäume für Kaninchen

Für Kaninchen ist neben dem Sadebaum auch noch die Eibe stark giftig. Diese füttere niemals.

Sadebaum (Juniperus sabina)
Sadebaum Sadebaum giftig Sadebaum Beeren
Sadebaum auch Stink-Wacholder genannt, ist stark giftig für Kaninchen!
Eibe (Taxus baccata)
Eibenzweig Eibe mit Früchten Eibe Eibenstamm Eibe Frucht
Bis auf das rote Fruchtfleisch der Früchte sind die Rinde, die Nadeln und der Kern stark giftig, auch für Kaninchen. Du findest die Eibe als Heckenpflanze in Gärten Parks und auf Friedhöfen. Selten ist sie im Wald zu finden. Die Eibe ist der Tanne noch am ähnlichsten. Jedoch die Unterseite von der Eibe ist grün, die von der Tanne hat weiße Wachsstreifen. Bei der Beschreibung zur „Tanne“ findest du weitere Merkmale wie du beide gut voneinander unterscheiden kannst, vor allem wenn die Eibe keine Früchte trägt.
 
Schon gewusst? In Deutschland steht die Eibe unter Naturschutz, da diese zunehmend aus der Natur verschwindet.

Zweigeliste – häufigste Zweige für Kaninchen – PDF-Download

Alle in diesem Artikel aufgeführten Zweige findest du als kleine Zweigeliste mit den häufigsten Baumarten als PDF-Download. Druck dir die Zweigeliste aus oder speichere sie dir auf dein Handy.

kleine Zweigeliste mit den häufigsten Baumarten in Deutschland

Eine ausführlichere Kaninchen Zweigeliste ohne Bilder findest du bei den Futterlisten.

Warum sind Zweige für Kaninchen wichtig?

» deine Kaninchen bleiben gesund

Im Ernährungskreis siehst du, dass Zweige die zweit wichtigste Gruppe in der Kaninchen Ernährung ausmachen. Vielen Kaninchen Haltern ist das gar nicht so bewusst und unterschätzen die Zweige in der Ernährung.

Ernährungskreis Anteil Blätter und Zweige in der Kaninchenernährung
Kaninchen Ernährungskreis – Anteil Blätter und Zweige für Kaninchen
  • In den Blättern, Knospen und der Rinde sind wichtige Inhaltsstoffe wie Mineralien, Vitamine und Fasern. Sie ergänzen das Grünfutter das ganze Jahr über, egal ob mit Blättern oder ohne.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe werden durch Zweige mit Blättern aufgenommen. Diese sorgen für eine gute Verdauung und sind wichtig für eine gesunde Darmflora.
  • Zweige von Nadelbäumen werden erst im Winter so richtig interessant für deine Kaninchen. Die ätherischen Öle und sekundären Pflanzenstoffe wirken sich positiv auf die Atemwege und Verdauung aus.

» deine Kaninchen sind beschäftigt

  • Das Erkunden der Zweige mit Blättern beschäftigt deine neugierigen Kaninchen eine ganze Weile. Im Winter nagen deine Kaninchen die Rinde und die Knospen feinsäuberlich ab. Das hat Auswirkungen auf die Gehege Einrichtung, denn diese bleibt verschont.

» deine Kaninchen bleiben fit

  • Um an die beliebten Blätter und Knospen zu kommen, strengen sich deine Kaninchen ordentlich an. Sie strecken sich und machen sich oftmals richtig lang. Liegen Zweige im Weg, springen deine Kaninchen drüber oder knabbern sich den Weg frei. Mit Zweigen im Gehege bewegen sich deine Kaninchen tendenziell mehr.

Wo Äste für Kaninchen herbekommen?

Du kannst Äste für Kaninchen kaufen oder in der Natur sammeln. Da gibt es kein richtig oder falsch.

Erfahrungsgemäß werden die gekauften Zweige weniger angenommen. Es sei denn du kaufst frisch geschnittene Zweige direkt beim Bauernhof, die meist auch gleich Heu anbieten. In Tierfachgeschäften findest du Knabberzweige die alt und kurz geschnitten sind. Für deine Kaninchen sind diese uninteressant und bleiben meistens liegen.

Ich empfehle dir die Zweige in der Natur zu sammeln. Fündig wirst du in Parks, Wäldern oder Feldrändern.

Sammelorte für Zweige
Sammelorte für Kaninchenzweige

Frische Zweige bekommst du ebenfalls hier:

» In Baumschulen oder Gärtnereien fallen regelmäßig Zweige an.

» Ebay Kleinanzeigen kannst du eine Suche inserieren, eventuell bietet jemand Zweige zum Abholen an.

» Nach einem Gewitter oder Unwetter findest du abgefallene Äste und Zweige im Wald.

» Hecken aus Hainbuchen auf Spielplätzen werden durch die Grünanlagenpfleger gekürzt und anschließend entsorgt. Von hier darfst du dir sicherlich ein paar Äste und Zweige mitnehmen.

» Frage Nachbarn oder Bekannte mit Garten, wann sie die Obstbäume zurückschneiden. Oftmals sind sie dankbar, wenn du ihnen Zweige abnimmst.

Äste für Kaninchen sammeln – so geht´s!

Bevor ich das erste Mal Zweige holen war kamen mir gleich zwei Fragen in den Sinn:

Kann ich einfach losziehen und irgendwo Zweige abschneiden?

Ist das erlaubt?

Kurz und knapp… ja du kannst und es ist erlaubt. Ein Handstrauß darf sich jeder aus dem Wald oder öffentlichen Flächen mitnehmen. Das ist im Bundesnaturschutzgesetz § 39 Abs. 3 (BNatSchG) geregelt, auch Handstraußregelung genannt.

Jeder darf abweichend von Absatz 1 Nummer 2 wild lebende Blumen, Gräser, Farne, Moose, Flechten, Früchte, Pilze, Tee- und Heilkräuter sowie Zweige wild lebender Pflanzen aus der Natur an Stellen, die keinem Betretungsverbot unterliegen, in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf pfleglich entnehmen und sich aneignen.“

Quelle: Bundesnaturschutzgesetz

Was du zum Zweige sammeln benötigst?

» Du benötigst eine gute Gartenschere und eine große Tasche, um die Zweige nicht in der Hand zu tragen. Gerade wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist, ist eine Tasche praktisch.

» Bei der Auswahl der Gartenschere beachte, welche dicke an Zweigen und Ästen diese schneidet. Teste wie gut die Gartenschere in der Hand liegt. Achte darauf, ob die Gartenschere für Rechts- oder Linkshänder geeignet ist. Ein Taschenmesser mit Säge kann ich nicht empfehlen, dies ist eher eine Notlösung.

» Für das Bestimmen von Bäumen kannst du eine App nutzen. Sieh dir dazu die Anleitung – Pflanzen und Bäume bestimmen an. Damit du auch weißt, welcher Baum für deine Kaninchen essbar ist, benötigst du eine ausführliche Zweigeliste. Diese speicherst du dir entweder als PDF im Handy ab oder du fügst die Zweigeliste im Handy dem Lesezeichen hinzu.

Checkliste – Äste für Kaninchen sammeln

Sammle an verschiedenen Stellen zum Beispiel in Parks, Wäldern und Feldrändern. So verhinderst du ein zu starkes Beschneiden von Hecken und Bäumen.

Tipp: Sammelst du im Wald, dann schneide die Zweige oben vom Busch oder Baum ab. So kannst du sicher gehen, dass diese nicht von Tieren in Bodennähe verunreinigt sind. Achte darauf, dass kein Kot von Vögeln auf den Blättern ist. Sammelst du Wiese? Nimm dabei gleich Zweige mit, um Zeit zu sparen.

Wie oft und wie viele Äste Kaninchen füttern?

Sorge dafür, dass deine Kaninchen rund um die Uhr Zweige im Gehege finden. Dennoch musst du nicht jeden Tag welche holen.

Von Frühling bis Herbst sammelst du einmal die Woche einen Handstrauß Zweige mit Blättern. Diese Menge reicht für zwei Zwergkaninchen gut aus. Im Winter nagen deine Kaninchen die Rinde ab, hier reichen 2-3 Zweige je Woche.

Auch bei den Zweigen solltest du auf eine abwechslungsreiche Auswahl achten. Mit 2-3 Baumarten je Woche bist du gut dabei. Wenn du deinen Kaninchen eine gute Auswahl anbietest, kannst du jede Baumart täglich füttern.

Zweige für Kaninchen im Winter erkennen:  Im Sommer kannst du die Bäume mit Bildern im Handy kartieren. So kannst du die Zweige ohne Blätter auch im Winter gut wieder finden. Mach im Winter Fotos von den Knospen und tu diese zu den Bildern im Sommer dazu. Dadurch kannst du mit der Zeit schon anhand der Knospen die gängigsten Baumarten im Winter erkennen.

Tipps – Zweige für Kaninchen

Stell die Zweige von Laub- und Nadelbäumen an Ebenen, so bewegen sich deine Kaninchen mehr, um an die oberen Blätter ranzukommen.

Zweige im Wasser an Ebene

Zweige von Laub- und Nadelbäumen halten länger frisch, wenn du sie ins Wasser stellst. Wichtig ist das diese um stoßsicher im Gehege stehen. Am besten nutzt du eine schwere Vase oder Trinkgläser aus einem dicken Glas. Trinkgläser mit Wasser befestigst du am besten mit einem Lochband am Gehege. Dazu schraubst du ein Lochband, welches du dann rund biegst, an Holzgegenständen im Gehege fest. Ich habe es zuerst mit Hanfschnur ausprobiert. Die zwei Racken haben mir im nu die Schnur durchgebissen. シ

Zweige in Vase mit Wasser für einen sicheren Stand
Zweige in einer Vase mit Wasser
Zweige im Wasserglas mit Lochband befestigt
Wasserglas mit Lochband am Holz befestigt

Als Zweigehalter kannst du auch Lochziegel benutzen. Steck dazu die Zweige einfach in die Löcher des Lochziegels. Du kannst auch den Lochziegel in eine Schale mit Wasser stellen, so halten die Zweige gerade an heißen Tagen länger frisch

Lochziegel in dem Zweige stecken

Plüschpopo Extrawissen: Bevor du Zweige ins Wasser stellst, schneide die trockenen Enden ab. Dadurch können die Zweige wieder Wasser aufnehmen und bleiben länger frisch. Mit Zweigen von Nadelbäumen kannst du das Gehege schön begrünen. Diese werden nicht gleich verputzt und behalten lange die Nadeln, wenn du sie ins Wasser stellst.

Was mit alten Zweigen machen?

» Bau aus den alten Zweigen ein Tippi Gerüst für deine Kaninchen. Meistens legen sie sich gern darunter und im Sommer bietet es Schatten.

» Im Sommer kannst du die Zweige ohne Blätter lagern für ein Stockreservoir, um damit dann:

  • Stöcke für Stockbrot parat zu haben.
  • die Pflanzen im Garten zu stützen.
  • ein Lagerfeuer zu machen.

» Benutz die Zweige, um Heu für deine Kaninchen selbst zu machen. Steck die Äste zwischen zwei Lochziegel und lege die Wiesenpflanzen obendrauf. Das kannst du auch mehrstöckig bauen. So kann es luftig trocknen. Du kannst es aber auch als Futterstelle für frisches Grünzeug verwenden. So liegt es etwas luftig erhöht, so dass auch nicht ins Futter gepieselt werden kann.

Laub für Kaninchen im Herbst

Wie auch die grünen Blätter dürfen im Herbst die herabgefallenen bunten Blätter deine Kaninchen fressen. Sammle die frischen Blätter, diese haben noch genügend Flüssigkeit.  

Korb mit bunten Herbstblättern
buntes Laub sammeln

Das Herbstlaub bringt jede Menge Abwechslung ins Gehege. Du kannst damit deine Kaninchen super beschäftigen.

Herbstlaub für Kaninchen
Herbstlaub für Kaninchen

Im Laub habe ich meist ein paar Leckerlis wie Saaten von Kreuzkümmel verstreut. Es dauerte nicht lange und der bunte Laubhaufen wurde nach den Leckerlis durchsucht.

Herbstlaub Kaninchen beschäftigen
Frau Chilli sucht Leckerlis in den Herbstblättern

Nach 2-3 Tagen kannst du die Blätter wieder aus dem Gehege entfernen. Diese werden über die Tage schnell trocken und sollten nicht mehr gefressen werden. Getrockneten Blätter haben gegenüber den frischen Blättern für Kaninchen jede Menge Nachteile.

Getrocknete Blätter für Kaninchen, ja oder nein?

Getrockneten Blätter haben einige Nachteile für deine Kaninchen und eignen sich nicht zum Füttern. Hingegen frische Blätter enthalten Flüssigkeit, wichtige Vitamine sowie Mineralien und sind sehr faserreich. Sie sind aus diesem Grund ein gutes ergänzendes Kaninchen Futter.

Nachteile getrocknete Blätter für Kaninchen

  • Sie zerbröseln beim Fressen im Maul in sehr kleine Teile. Fressen deine Kaninchen zu viel davon macht dies Probleme bei der Verdauung.
  • Durch die Trocknung gehen Nährstoffe und Vitamine verloren. Mineralien wie Kalzium konzentrieren sich, was Nachteile für die Harnwege mit sich bringt.
  • Getrockneten Blättern fehlt Flüssigkeit. Kaninchen sind frisch Köstler die durch frisches Grünfutter ihren Flüssigkeitsbedarf decken. Selbst Wildkaninchen buddeln lieber im Schnee, um nach frischem Grün zu suchen als das getrocknete Gras vor ihrer Nase zu fressen.

Bedenke Kaninchen fressen zum Grünfutter auch noch Heu, was ebenfalls trocken ist. Wiederum hat Heu seine Berechtigung in der Ernährung, wenn du blättriges Gemüse fütterst. Es behält seine Struktur und unterstützt die Verdauung.

Teste selbst… nimm zuerst etwas Heu zwischen den Finger und versuch es zu zerreiben. Das gleiche machst du jetzt mit getrockneten Blättern. Die getrockneten Blätter zerbröseln, das Heu behält seine Struktur.

Dürfen Kaninchen Kastanien und Eicheln fressen?

Ja, Kaninchen dürfen reife Rosskastanien, Esskastanien und Eicheln fressen. Sie enthalten Gerbstoffe, weshalb sie früher als giftig galten. Mittlerweile weiß man aber, dass Gerbstoffe in geringen Mengen positiv auf die Verdauung wirken. In Blättern von Bäumen oder Himbeeren befinden sich ebenso Gerbstoffe.

Die Eicheln werden gern als Leckerli gefressen. Von den Kastanien fressen deine Kaninchen von sich aus nicht viel. Sie werden vielleicht einen Probebiss machen. Jedoch die enthaltenen Bitterstoffe schmecken deinen Kaninchen nicht. Daher eignen sich Kastanien gut, um deine Kaninchen zu beschäftigen und das Gehege zu verändern. Pack die Kastanien in Kartons oder verstreu sie im Gehege. Deine neugierigen Kaninchen freuen sich darüber, alles Neue zu erkunden.

Wildkaninchen fressen ebenso gerne Eicheln. Sogar die Züchter in den 70er fütterten Eicheln als zusätzliches Kraftfutter im Winter ihren Kaninchen. Die braunen reifen Eicheln kannst du mit Schale anbieten. Du wirst sehen deine Kaninchen sind eine ganze Weile beschäftig, um an die leckere Eichel zu kommen.   

Merke: Eicheln sind ein energiereicher Snack und eher als Leckerli anzusehen. Füttere nicht mehr als 1-2 Eicheln wöchentlich pro Kaninchen. Eicheln sind reif, wenn sie braun sind und vom Baum fallen. Füttere niemals grüne Eicheln.

Dürfen Kaninchen Hagebutten fressen?

Hagebutten darfst du deinen Kaninchen füttern. Du kannst Hagebutten sogar mit den Kernen anbieten, diese lassen deine Kaninchen meistens liegen. Auch die Härchen machen ihnen nichts aus, da deine Kaninchen nicht ganz so empfindlich sind wie wir Menschen. Denk dran sie fressen auch Disteln und Brennnesseln.

Hagebutten haben im Herbst einen anderen Reifegrad als im Winter nach dem ersten Frost. Beides kannst du deinen Kaninchen anbieten. Vor dem Frost sind Hagebutten noch fest, danach werden sie weich und die Schale wird glasig. Generell sind Hagebutten für Kaninchen als Leckerli zu sehen.

Hagebutten am Strauch

Tipp: Hagebutten enthalten viel Vitamin C und schmecken auch uns als Kaninchenhaltern. Die kleinen Früchte von der Hundsrose werden nach dem Frost weich und glasig. Jetzt kannst du das Fruchtmark raus quetschen und frisch gepflückt vom Strauch genießen.

Äste für Kaninchen im Winter

Im Winter kannst du die gleichen Zweige deinen Kaninchen anbieten wie im Sommer. Zu dieser Jahreszeit wird die Rinde mit Vorliebe abgenagt. Du benötigst jetzt auch weniger Zweige.

Für die Woche benötigen zwei Zwergkaninchen im Winter in etwa 2-3 Zweige von unterschiedlichen Bäumen. Du kannst somit wunderbar am Wochenende das Zweige sammeln mit einem Winterspaziergang verbinden. Bei mir gab es danach immer Plätzchen mit Kaffee oder Tee. Damit ausgestattet habe ich mich dann gemütlich ins Gehege gesetzt. Es war mir eine Freude den zwei Wackelnasen zu zuschauen, wie sie von den frisch mitgebrachten Zweigen die Knospen und die Rinde abnagten.

Der Winter unterscheidet sich zum Sommer, dass durch die fehlenden Blätter an den Zweigen, die Baumart schwer zu erkennen ist.

Wie kannst du die Bäume ohne Blätter im Winter erkennen?

Das ist tatsächlich gar nicht so einfach, besonders wenn du im Winter anfängst Zweige zu sammeln. Trotz alledem gibt es Bäume die du an bestimmten Merkmalen auch im Winter noch erkennen kannst. Welche das sind kannst du dir demnächst im Artikel “ 9 Zweige für Kaninchen, die du auch im Winter erkennst“ anschauen.

PS: Wenn es draußen Frost hat, kannst du die Zweige direkt ins Gehege legen. Diese müssen nicht auftauen.

Dürfen Kaninchen Tannenzapfen knabbern?

Ja, Kaninchen dürfen die Tannenzweige und die Tannenzapfen fressen. Ebenso dürfen sie aus der Natur die Zapfen von Fichte, Lärche, Kiefer und Douglasie knabbern. Jedoch spielen die Kaninchen eher mit den Zapfen. Sie werden in der Gegend umhergeworfen, teils zerpflückt oder aber ignoriert.

Achte darauf, dass sich kein Harz an den Zapfen befindet. Dieser klebt ansonsten überall im Fell oder im Gehege. Um sicher zu sein, dass sich keine Parasiten in den Zapfen befinden, kannst du diese…

  • … für 2 Wochen bei niedriger Temperatur einfrieren. Das ist allerdings nicht bei allen Parasiten effektiv und je nach Platz unpraktikabel.
  • … in einen alten Topf für in etwa 1 Minute kochen oder mit heißem Wasser übergießen. Dabei schließen sich Zapfen und öffnen sich erst beim Trocknen wieder.
  • … auch bei 100 Grad im Ofen für 1 Stunde erhitzen.

Zweige für Kaninchen im Winter austreiben lassen

Das habe ich in den Wintermonaten auch mal ausprobiert und ich muss sagen: Es ist ein schöner Gedanke, dauert jedoch sehr lange. Die Zweige haben zwischen 1-2 Monate gebraucht, um grün zu werden. Wenn du bedenkst, wie schnell diese wieder weggemümmelt sind, ist das den Aufwand mit Wassertauschen und so weiter nicht wert.

Hingegen zum Frühling geht es schneller. Anfang März hatte ich einen weiteren Versuch gestartet und siehe da die Zweige trieben nach einer Woche aus. Nochmals eine Woche später konnte ich sie als Snack Frau Chilli und Herrn Wolle anbieten.

Zweige im Winter austreiben lassen
Zweige im Winter austreiben lassen

Extrawissen: Wann die Natur im Frühling wieder erwacht, macht sie an wärmeren Temperaturen und dem Sonnenlicht fest. Das Sonnenlicht wird im Frühling wieder intensiver. Dabei kommen mehr UV-Strahlen bei uns auf der Erde an als im Winter. Dies ist für die Pflanzen, zusammen mit den wärmeren Temperaturen, der Startschuss zum Austreiben.

Wahr oder Falsch – Kaninchen Zähne nutzen sich durch harte Zweige ab?

Kaninchen knabbert an Zweig
Zweige für Kaninchen im Winter

Das stimmt nicht. Die Zähne nutzen sich zum größten Teil durch viele Kaubewegungen aneinander ab. Kaninchen müssen daher stetig fressen, um den notwendigen Zahnabrieb zu gewährleisten. Dafür benötigt es hauptsächlich viel frisches Kaninchen Futter, welches weich ist.

Jedes harte Futter, was nicht mit den vorderen Zähnen abgenagt werden kann, ist ungeeignet für Kaninchen. Hartes Futter wie Mais oder Johannesbrot hat auf Dauer negative Auswirkungen auf die Zähne.

Warum dürfen Kaninchen Zweige fressen aber kein anderes hartes Futter?

Generell haben Kaninchen offene Zahnwurzeln, weil dort das Zahnmaterial produziert wird, damit der Zahn permanent wachsen kann. Hingegen wir Menschen haben geschlossene Zahnwurzeln, dadurch können wir hartes Essen gut zerkleinern. Kauen Kaninchen mit den Backenzähnen auf hartem Futter wie Mais, werden durch den erzeugten Druck die Zahnwurzeln gereizt. Dies führt auf Dauer zu Entzündungen.

Die Schneidezähne hingegen liegen so im Kiefer, dass der Druck beim Abnagen von Rinde nicht auf die Zahnwurzel geht. Die Schneidezähne sind genau dafür da. Nach dem Abnagen der faserreichen Rinde mit den Schneidezähnen, kann diese jetzt problemlos mit den Backzähnen zerschnitten werden.


Das war jetzt eine Menge Holz. シ

Welche Zweige fressen deine Kaninchen am liebsten?

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Jeanette mit Zweigen
Deine Jeanette

Beachte: Alle Informationen wurden mit Sorgfalt recherchiert. Eine Garantie für die Richtigkeit kann dennoch nicht gegeben werden. Jeder handelt auf eigene Verantwortung, wenn Zweige gesammelt und gefüttert werden. Für Schäden wird keine Haftung übernommen.

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